Tuzla macht’s vor

Im Anschluss an das Projekt „Tuzla spart Ressourcen“ werden die Massnahmen zur Separatsammlung auf das ganze Stadtgebiet Tuzlas erweitert. Das neue Projekt wurde im September 2019 unter dem Titel „Tuzla macht’s vor“ gestartet und dauert bis 2022.

Die Industrie-, Universitäts- und Kantonshauptstadt Tuzla (ca. 130’000 Einwohner) wurde im Krieg 1992-1996 weitgehend verschont, die ethnische Mischung der Bevölkerung ist noch erhalten. Sie hat deshalb in Bosnien Vorbildfunktion in der Stadtentwicklung. Steigende Abfallmengen trüben aber das Stadtbild und mangelhafte Deponien schädigen die Umwelt massiv. Deshalb ist eine moderne Abfall-/Recycling-strategie unerlässlich. Die ersten Schritte sind getan: Ein von REPIC (Schweizer Regierung) finanziertes Pilotprojekt “Tuzla spart Ressourcen” 2016-2018 packte das Problem erfolgreich an der Wurzel:

  • Ein neu erarbeiteter Abfall-Bewirtschaftungsplan 2017-2022 wurde vom Stadtparlament inkl. Budget verabschiedet und ist in Umsetzung (auch auf Deutsch erhältlich).
  • Dezentrale Kompostierung wird in zwei Pilotquartieren mit der Abgabe von Gittern und mit Beratung gefördert.
  • In den beiden Quartieren werden Kunststoff- und Verpackungsmaterialien separat gesammelt, inzwischen mehr als 2 Tonnen pro Monat. Die städtische Entsorgungsfirma „Komunalac“ sortiert diese und verkauft sie ins Recycling.
  • Eine zentrale Sammelstation für Glas, Papier, Karton, PET und Metall/Alu ist in der Stadtmitte in Betrieb, acht angepasste Sammel-Anlagen in mehreren Stadtquartieren funktionieren seit Ende 2018.
  • Eine Kompostierungsanlage für das Stadtgrün ist vorbereitet und geht im Sommer 2019 in Betrieb.
  • Alle Stakeholders sind in einer Arbeitsplattform zusammengeschlossen. Fach-Exkursionen ins Ausland haben das Bewusstsein für die Abfallbewirtschaftung als Wirtschaftszweig unter staatlicher Regulierung ge-fördert und die Umsetzung der Massnahmen beschleunigt.

In einem Fortsetzungsprojekt „Tuzla macht’s vor“ 2019-2023 werden die Massnahmen nun erweitert und die Recyclingkreisläufe verbessert – wie bisher mit Unterstützung und Schulung durch erfahrene Experten aus der Schweiz:

  • Integrieren weiterer Quartiere Tuzlas ins Separatsammelsystem.
  • Weiterentwickeln von Verwertungskanälen für Sperrgut, Textil, Glas, Elektroschrott, Haushaltgeräte und neu auch für Bauschutt.
  • Schaffen eines Ausbildungsgangs zum „Recyclisten“. Bereitstellen und Einsetzen von Schulmaterial «Recycling ist Umwelt- und Ressourenschutz».
  • Professionelle Öffentlichkeitsarbeit und Motivation der Bevölkerung.
  • In weiteren Städten Bosniens werden Stakeholder-Plattformen wie in Tuzla gebildet und begleitet. Sie erarbeiten Abfallbewirtschaftungspläne und setzen sie um.

Projektträger sind erneut das Umwelt- und Energiezentrum Tuzla CEE (NGO), die Stadt Tuzla und der Schweizer Förderverein CEE, der mit seinen Abfall-/Recycling-Fachleuten Eigenleistungen beiträgt. Neu kommt als Projektträger der Kanton Tuzla (445’000 EinwohnerInnen, 2’650 km2) hinzu. Die Projektkosten von CHF 148’200.— werden zum grössten Teil vom Swisslos-Fonds Baselland getragen. Einzelheiten zu Projekt und Budget sind im ausführlichen Projektbeschrieb enthalten.

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